Konzept, Regie, Text
Fränk Heller
in Zusammenarbeit mit Kevin Brandstätter (CoRegie, Co-Autor)

Mit:
Kevin Brandstätter(der Blender/Nick)
Marvin Münstermann (Bruder)
Benita Rinne (Eleanore Shriver)
Stella Louise Funk (Clara Shriver)
Anna Hausburg (FBIAgentin)
Svenja Beneke (TV-Moderatorin)
Martin Moeller (Nachbar)
Susann Schulze (Nachbarin)
Ciro Miró (Polizist Pepe)
Steff Jungen (Polizist Heinz)
Till Schall (Ignacio)
Jamie Watson (Popdiva)

Johannes M. Schneider (Regieassistenz)
Till Schall (Sounddesign, Video)
Anna Fechtig (Kamera)
und andere...

Heile Welt Premierentermin: im Mai 2017 - Dauer etwa 2h


Eine Produktion von BRANDHELL Geschichtentheater, einer Tochter der Theaterkompanie ELECTRIC FLESH BRUSH.

Angelehnt an eine Episode aus dem Leben des Serienhochstaplers Frédéric Bourdin, erzählen wir eine Geschichte über den Umgang mit Fragen der Identität (als Konstrukt, als Herrschaftsinstrument, als Sehnsucht, als Spiel...).


Das Stück ist eine Gemeinschaftsarbeit des Regisseurs Fränk Heller und seines Darstellers Kevin Brandstätter, die während zweier gemeinsamer Sommerurlaube entstand. Man könnte sagen, es beinhaltet Elemente der „klassischen“ Tragödie, verbunden mit komödiantischer Leichtigkeit, ständigem dialektischen Hinterfragen etablierter Rollenzuweisungen und einer (minimalen) Portion Slapstick.
Inspiriert von einer wahren Episode aus dem Leben des Serienhochstaplers Frédéric Bourdin stellen wir existenzielle Fragen wie die nach dem Wesen von "Identität". Was ist das eigentlich - und wer entscheidet darüber, wer oder was wir sind? Bourdin wurde von einer texanischen Familie als ihr seit Jahren vermisstes Kind "erkannt" und akzeptiert, obwohl weder Haar- noch Augenfarbe übereinstimmten. Er, dem seit seiner Kindheit jede Möglichkeit genommen war, sich freiwillig mit einer bestimmten Herkunft oder Zugehörigkeit zu identifizieren, hatte natürlich gelogen.


Inszenierungskonzept
Die Inszenierung ist für ein Projekt innerhalb der Freien Szene ungewöhnlich narrativ. Text, Story und eine glaubhafte Umsetzung durch die Schauspieler sind uns in diesem Fall wichtiger als formal-ästhetische Innovation - wofür uns die Schauspieler dankbar sind.
Performative, spartenübergreifende oder das Publikum einbindende Elemente sind also nicht das vorrangige Ziel unserer Arbeit; diese für die Freie Szene typischen Merkmale sind zwar auch nicht gänzlich abwesend (denn auch bei uns wird der Zuschauer unter Verwendung unterschiedlicher theatraler Mittel in eine Situation versetzt, die ihm ein "unbeteiligtes Sichzurücklehnen" erschwert), doch legen wir diesmal deutlich mehr Wert auf Text und ehrliches Schauspiel, als auf besonders raffinierte und überraschende Kniffe zur Zuschauer-Einbindung. Da ein solches Theater angeblich "in Konkurrenz" zum Stadt- und Staatstheater steht, wird es kaum gefördert und ist auf besonders motivierte und idealistische Mitwirkende angewiesen. Die Gründung der EFB-"Tochter-Kompanie" BRANDHELL ist der Versuch, mit zeitgemäßen Mitteln einen Aspekt des Theaters für die freie Szene zurück zu erobern, der lange vernachlässigt wurde.
Natürlich wollen wir ein zeitgemäßes Theater machen, das sich nicht starr an Textvorgaben hält, sondern sich wirklich auf die Darsteller, das gegebene Publikum und den spezifischen Raum einlässt. Text und Handlung unserer Vorlage stehen während des Probenprozesses zur Disposition und werden durch Angebote der Schauspieler ergänzt und verändert. Am Ende wird dem Stück eine präzise Choreografie unterlegt - an mindestens zwei Stellen sind das tatsächliche Bewegungschoreografien, doch auch für die überwiegend „realistisch“ bis „satirisch“ gespielten Szenen werden sich wiederholende und im Laufe des Stücks sich verändernde Bewegungsfolgen und Bewegungsmuster für die einzelnen Darsteller erarbeitet und von Anfang an mit einem Soundteppich verknüpft, der oft sehr zurückhaltend, seltener aber auch sehr dominant die Rezeption beeinflusst.