künsterlische Leitung
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Fränk Heller (Regie/Text)

Fränk Heller ist Regisseur und Autor und stammt aus Luxemburg. Fränk Heller ist ausgebildeter Theaterregisseur, sowie Initiator und derzeitiger künstlerischer Leiter der ELECTRIC FLESH BRUSH Theaterkompanie (seit 2010) und des BRANDHELL Geschichtentheaters (seit Dezember 2016, mit Kevin Brandstätter).

Er ist Autor von Kurzgeschichten (veröffentlicht in mehreren Anthologien, sowie im Kulturmagazin der Bayerischen Staatsoper "Max Joseph") und Dramentexten (zum Teil in Theatern der freien Szene Berlins und beim Tanzfestival in Paderborn aufgeführt).
Er studierte zuerst Philosophie und Germanistik in Trier, brach aber das Studium ab und zog nach Berlin, wo er sich als Kunst- und Auftragsmaler, Schriftsteller und Übersetzer, als Bühnenbildner, Darsteller und Dramaturg ausprobierte, bevor er sein Regiestudium in Angriff nahm. Fränk Heller hat in 6 Jahren 11 Stücke erfolgreich inszeniert:

Apollos Auge nach einer Kurzgeschichte von G. K. Chesterton,
theakademie Berlin, 2010
Das Dreieck der missbräuchlichen Liebe nach Euripides und Falk Richter,
tiyatrom - türkisches Theater in Berlin, Berlin 2010
Woyzeck nach Georg Büchner,
Studiobühne der theakademie, Berlin 2011
Spanner! nach Federico García Lorca,
TiSCH - Theater im Schokohof, Berlin 2012
L'Affaire Caligula, frei nach Albert Camus,
AckerStadtPalast, Berlin 2012
Viele Welten Theaterinstallation mit Texten von Fränk Heller,
auf dem Festival 48 Stunden Neukölln,
Projektraum der Jungen Pächter / Space Shuffle Berlin 2013
Du musst dein Leben ändern! nach Texten von Fränk Heller, Ronan Favereau Berthelo und Judith König,
in Zusammenarbeit mit dem Choreografen Tomer Zirkilevich,
auf den Fluren und Tanzflächen des neuen SchwuZ, Berlin 2014
Changer de vie dans des mondes multiples, eine Zusammenführung der beiden vorherigen Projekte
in Zusammenarbeit mit dem Choreografen Tomer Zirkilevich,
auf dem festival du théatre francophone FTF #5, Spielort Acud, Berlin2014
Der Stör von Noemi Egloff, Gastregie beim Marburger Kurzdramenfestival (Siegerstück),
Waggonhalle Marburg an der Lahn, 2015
Der Schatten der weißen Amsel frei nach Motiven von Tennessee Williams,
Zukunft am Ostkreuz, Berlin 2016
Grimmia sessitana von Bernd Marcel Gonner, Gastregie bei den Kurzdramen 2016,
(Sonderpreis), ein Hybrid zwischen Theater und Lesung,
trauma im g-werk, Marburg an der Lahn, 2016

Konsequent entwickelt Fränk Heller seine persönliche Methode der Probenarbeit weiter, die den Schauspielern relativ große Freiheit einräumt, sie als Künstler mit jeweils eigener Biografie, eigenen Hemmungen und eigenem Überwindungswillen sehr ernst nimmt und der zwischenmenschlichen Ebene erstaunlich viel Platz einräumt. Denn ein solches Theater kann nur in einem Klima von gegenseitigem Vertrauen und durch gemeinsame Erfahrungen (gute wie schlechte) wachsen; Hellers Methode steht für eine Regiearbeit, die alle Mitwirkenden unbedingt Verantwortung übernehmen lässt und sie dazu animiert, sich auf ein Theater einzulassen, das für jeden Beteiligten hohe emotionale Risiken birgt. Dabei wird aber niemals verlangt, eigene Bedürnisse opferwillig gegenüber "der Sache" zurückzustellen, vielmehr ist jeder dazu eingeladen, solche Bedürfnisse und Wünsche zu reklamieren und gegebenenfalls ins Projekt mit einzubringen.

Das Theater ist für Heller ein Ort, an dem man sich als Zuschauer, wenn man auch bestens unterhalten wird, doch eher "fremd" fühlen sollte; es ist eben nicht eine Kopie der Alltagsrealität mit ihrer Alltagslogik und ihren Alltagshierarchien (auch wenn es auf diese verweist, indem es sie hinterfragt; auch wenn alles, was auf der Bühne passiert, auf geradezu derbe Weise real, kompromisslos gegenwärtig ist), vielmehr ist es ein Ort traumhafter Verunsicherung, an dem dialektisch und anarchisch mit Sicherheiten aufgeräumt wird.
Theater darf nicht ein Ort sein, an dem Erwartungen erfüllt werden, vorgefasste Meinungen Bestätigung erfahren; es ist vielmehr ein Ort des möglichen Perspektivwechsels - wenn wir es an uns heranlassen! Es tut sich schwer, Antworten zu geben. Es kann aber Fragen neu stellen - nämlich so, dass sie vielleicht das erste Mal wirklich gehört werden...